Die Mogelpackung  „Proteinverdünnung“: Deshalb überessen wir uns und nehmen zu.

Die Mogelpackung  „Proteinverdünnung“: Deshalb überessen wir uns und nehmen zu.

Du willst abnehmen und schaust dabei meist auf Kohlehydrate und Fett – dabei gibt es einen Faktor, der das Gewicht nachhaltig beeinflusst: die sogenannte Proteinverdünnung. Was steckt da dahinter?

Eine Kalorie ist eine Kalorie, dass stimmt erst mal. Doch allein von den Kalorien hängt es nicht ab, wie satt du dich fühlst.  Proteine sättigen pro Kalorie besser als Kohlenhydrate oder Fette.

Der Wissenschaftsautor Bas Kast beschreibt in seinem Buch "Ernährungskompass": "Stellt man uns proteinreiche Nahrung zur Verfügung, ist unser Bedarf bald gedeckt, wir fühlen uns satt, hören spontan auf zu essen. Ist unsere Nahrung allzu proteinverdünnt, essen wir instinktiv weiter, ja wir essen so lange, bis unser Körper bekommen hat, was er braucht, will heißen: Wir überfressen uns und nehmen zu."

 

Essen bis den Eiweißbedarf gesättigt ist

Hinter der "Proteinverdünnung" steckt die Entdeckung des Biologen David Raubenheimer, dass der Verzehr von Eiweiß eine höhere Auswirkung auf die Sättigung hat: "Der Anstieg an Fettleibigkeit hat zum Teil damit zu tun, dass sich in der Ernährung das Verhältnis von proteinhaltiger Energie zu nicht-proteinhaltiger Energie verschoben hat."

Es wird so lange gegessen, bis genügend Eiweiß aufgenommen wurde. Damit steigt auch die Menge an Kohlenhydraten und Fetten, die bis zum Stillen des Hungergefühls mitgegessen werden.

Viele unserer modernen Lebensmittel sind „proteinverdünnt“. Sie gaukeln unserem Gehirn und unserer Zunge vor, voller gutem Protein zu sein und enthalten in Wahrheit nur wenig davon. Ein gutes Beispiel sind Chips mit Schinkengeschmack. Sie stecken voller Fette, Zucker und Aromen, enthalten aber praktisch kein Protein. Dieses Missverhältnis zwischen Proteingeschmack und tatsächlichem Eiweißgehalt findest du auch bei vielen anderen stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Instantgerichten oder Fast Food. Es wird automatisch mehr gegessen, in der Hoffnung das durch das Mehressen der Proteinbedarf bedeckt wird.

 

Wie kann die Lösung aussehen?

Der Lösung findest du in der Wahl von natürlichen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit einem hohen Eiweißgehalt. Dadurch bist du schneller satt, isst weniger und bist versorgt mit dem lebenswichtigen Nährstoff.

Tipps für deinen Alltag:

Entscheide dich für weniger verarbeitete Eiweißquellen (Fischfilet statt Fischstäbchen, Naturjoghurt statt Pudding, gebratener Tofu statt vegetarische „Frikadelle“)
Vermeide „eiweißverdünnte“ Snacks und Lebensmittel, die durch ihren Geschmack einen hohen Eiweißgehalt vortäuschen und in Wirklichkeit kaum Eiweiß enthalten (z.B. Chips mit Schinkengeschmack).
Eiweiß braucht unser Körper als Baustein des Lebens. Eiweiß (auch Protein benannt) ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, ohne Eiweiß können wir nicht überleben. Unser Körper benötigt es als Baustoff und zur Reparatur.

 

Du erfährst im Ernährungskurs wie du deinen Eiweißbedarf decken kannst und dabei dein Wohlfühlgewicht bekommen kannst. Übrigens sind pflanzliche Eiweiß Quellen meist besser verwertet als zu viel tierisches Eiweiß.